WARUM? Warum nur, warum . . . hat das Akkordeon einen solch' komischen und proletarischen Ruf? Nicht-Akkordeonisten beschreiben das Instrument oft als "lustig" und "fröhlich" und es ist oft Ziel schlechter Witze. Manche Menschen behaupten, das Akkordeon werde deshalb nicht als seriöses Instrument der klassischen Musik betrachtet, weil es die ersten 100 Jahre seiner Existenz technisch beschränkt war (ein einfaches diatonisches Instrument mit nur wenigen Einzelztönen) und daher nur fuer die Volks- und Kneipenmusik geeignet. Da der erste Eindruck meistens zählt, blieb ihm dieser Ruf erhalten, trotz zahlreicher Verbesserungen in seiner Konstruktion und dem musikalischen Können seiner Spieler. Andererseits ist aber der Sound des Akkordeons fuer sich genommen schon sehr kraftvoll und laut und muß daher äusserst sorgfältig in der klassischen Musik eingesetzt werden.

Der klassische Komponist Marc Blitzstein meinte dazu: "Da es ein ziemlich spezielles Instrument ist, muss das Akkordeon notwendigerweise auch so behandelt werden, denn eine einzige Melodie kann ein gesamtes Orchester einschliesslich der lautesten Bässe überspielen, so durchdringend und voller Qualiltät ist sein Klang." Blitzstein, der selbst das Akkordeon in seinen Werken eingesetzt hat, rät, es aeusserst sorgfältig zu handhaben, denn es ist ein viel zu starkes Instrument, mit sehr viel Charakter, das aber durchaus neben anderen klassischen Instrumenten bestehen kann.

William Schimmel, der amerikanische Akkordeon-Komponist, hebt die beiden Seiten des Instruments, die verspielte, leichte sowie die ernsthafte hervor: "Wenn du dich mit ihm einlässt, kann das Akkordeon einige recht schöne und lustige Töne von sich geben. Abhängig von dem, was du spielst, kann es sanft und nachdenklich oder wild und vulgär sein. Beides ist wahr. Beides ist das Akkordeon."





Sachsenhäuser
Akkordeon
Orchester
1936

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